Künstler der Museumsnacht 2014

Künstler der Museumsnacht 2014

Von Sarah Glowik. Die Lübecker Museumsnacht ist ein ganz besonderer kultureller Moment im Sommer der Hansestadt. Jedes Jahr finden zahlreiche Künstler hier die die Möglichkeit auf unkonventionelle Art ihre Arbeiten einem interessierten Publikum zu zeigen. In Museen, Ateliers, Künstlerhäusern, Galerien oder leerstehenden Ladengeschäften finden Werke zu Ausstellung, die sonst der Öffentlichkeit vielleicht verborgen blieben. Zwei dieser Künstler wollen wir hier kurz vorstellen.

Thomas Berg – Fotograf mit dem Blick fürs Besondere

Durch die Scheiben des schönen weißen Altstadthauses in der Wahmstraße 70. sieht man heute zwei Künstler, die gemeinsam zum Thema Portrait ausstellen. Uwe Boschen und Thomas Berg zeigen, wie gut digitale und analoge Portraitierungen zusammen wirken. Uwe Boschen zeigt Portraits von Köpfen innerlich zerissener, unter Enttäuschungen an der großen und kleinen Welt leidenden Menschen. In seiner handwerklich soliden Art und Weise mit sicher dosierter Frabigkeit präsentiert er Werke, die er selbst liebevoll ironisch „Braincandy“ nennt.
Der Künstler wird zwar stark von der umtriebigen Kunstmetropole Berlin beeinflusst, ist aber doch fest verankert im eher beschaulichen Lübeck.

 

Thomas Berg zeigt schwarz-weiße Aufnahmen, meist vor freigestelltem Hintergrund. Mit Schärfe und Unschärfe bewirkt er spielerisch eine Tiefe im Bild, die ihm sehr wichtig ist. Sein größtes Ziel ist es, auf Fotografien die Essenz einzufangen. Was er hingegen nicht ausstehen kann? Den Satz: Bitte lächeln!

„Ich finde wenn man diesen Satz sagt, sehen alle Menschen gleich aus. Dabei sollte man sich auf die Person einlassen und Persönlichkeit einfangen!“
 

Thomas und Uwe stellen bereits zum dritten Mal zusammen aus. Was sie verbindet, ist das Thema Mensch.
Ihre Bilder passen nicht nur zusammen, sie harmonieren und sorgen für eine tolle Abwechslung für den Betrachter. Das wissen diese zu schätzen und philosophieren über das ein oder andere Werk. Besonders das Bild eines Kleinkindes hat es einer Gruppe Frauen angetan, die es als “bezaubernd“ bezeichnen.

Wie  in der Modewelt, lassen sich Trends in der Fotografie erkennen. London ist dabei richtungsweisend.
Ganz aktuell ist der “streetlook“, alles ein wenig “shabby“, sprich gebraucht und rockig.
Die Fotos nehmen diesen Stil auf, indem das Model beispielsweise nicht vor einem glatt-schwarzen Hintergrund steht, sondern vor einer schmierigen, dunklen Wand. Der Dreitagebart bei Männern kombiniert mit Lederjacke und James Dean Pose tut dann sein Übriges.

Burkhard Dierks und Rainer Bentfeld – Maler aus Leidenschaft

Burkhard Dierks, geboren 1960 in Lüneburg, ist einer von vielen Künstlern, der in dieser Museumsnacht die Chance ergriffen hat, seine Kunst in einer Galerie zu präsentieren.  Als Mitglied der “Gemeinschaft Lübecker Künstler“ hat auch er  in der Museumsnacht am Samstag, den 30. August ab 18:00 Uhr, in einem leerstehenden Laden der Altstadt seine Ausstellung eröffnet, kostenlos, für jeden Interessierten.

Der Raum ist hell erleuchtet, und durch die gläserne Fensterfront wirkt er sehr einladend. Weiße Wände und bereits integrierte Spotlights bieten die idealen Voraussetzungen für eine gelungene Präsentation seiner Arbeiten.

Burkhard ist bereits zum dritten Mal dabei, hat allerdings steht‘s neue Räumlichkeiten nutzen dürfen, so z.B. einen leerstehenden Laden in der Königspassage Dies macht die Possehlstiftung möglich, die die Bezahlung der Raummiete für diese besondere Nacht übernimmt.

Zusammen mit Rainer Bentfeld, der gemeinsam mit Burkhard Dierks ausstellt, wurde am Abend zuvor diese Galerie entwickelt. Mit leuchtenden Augen berichtet er: „ Es macht unheimlich Spaß sich auszutauschen, zu gucken welche Bilder zusammenpassen und die Bilder vom Wohnzimmer in die Ausstellung zu holen.“  Besondere Freude, so sagt der Künstler, macht es ihm außerdem, mit netten Menschen über Kunst und Malerei zu sprechen. Die Gelegenheit bot sich an diesem Abend wohl zu genüge. Viele Besucher, hauptsächlich Erwachsene und Familien, besuchten die Ausstellung in der Dr. Julius Leberstraße 1-5. Die Besucher bekamen hier eine ganz andere Art von Kunst zu sehen. Kunst die nicht gegenständlich ist, Kunst die farbenreich und originell ist, wie der Maler selbst.

„Es gibt so viele Maler die versuchen Geschichten zu erzählen, ich, mache Malerei!“
 

Was ihn motiviert ist ganz klar der Gedanke, etwas Neues in der Malerei zu finden, etwas, was noch nicht gemacht wurde. Vorbilder, wie der englische Maler Callum Innes, oder auch Gerhard Richter, inspirieren ihn bei seiner Arbeit, die er selber als meditativ bezeichnet.