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Hochzeitsvorbereitungen – über hochzeitsdienliche Hobbys

Hochzeitsvorbereitungen – über hochzeitsdienliche Hobbys

Heiraten – Learning by doing?

(LS) Weshalb gibt es eigentlich keine Hochzeitsvorbereitungskurse? Für alles gibt es Seminare: Führerschein, Geburt, Erster Umgang mit der Motorsäge, Entspannter sehen mit der Kraft der Farben, Skulpturen basteln aus Treibholz.

Heiraten ist offenbar nicht kursrelevant. An Lehranstalten wird’s nicht angeboten – weder als Schulung noch als Fortbildung. Kurzum: Das Wesentliche einer Vermählung lässt sich schlichtweg nicht erlernen.
Also: „Learning by doing“! Vielleicht. Aber wenn’s dann nicht klappt? Auf meiner Lebensagenda ist „Heiraten“ nur ein Mal vermerkt und ein zweiter Versuch nicht eingeplant. Und es wäre ja auch schöner, wenn’s gleich beim ersten Mal klappt. Also, neuer Ansatz:

Vier Hochzeiten und ein Ratgeber

Sechs Monate lang Hochzeitssendungen gucken. Täglich! Bräuten dabei zusehen, wie sie das Haar in der Hochzeitssuppe der Konkurrentin suchen und sich allein dadurch perfide und garstig zeigen, dass sie bei der festlichen Trauung nicht vor lauter Rührung weinen. Wie boshaft kann ein Mensch bloß sein?!
Schritt zwei: Hochzeitsratgeber lesen und dabei bemerken, dass die Meinung des Autors spätestens dann von der eigenen abweicht wenn er vorschlägt, die Sitzordnung tunlichst so zu gestalten, dass stets wildfremde Menschen nebeneinander an den Tischen sitzen. Ich glaube die einzigen Gemeinsamkeiten, die meine kanadische Tante Lucille und mein sehr norddeutscher Kumpel Reiner teilen ist, dass sie noch nie in Luxemburg waren, keine Fremdsprachen sprechen und vor 20 Jahren mal geraucht haben. Viel Spaß bei der Unterhaltung!

Die perfekte Hochzeit

Einen überaus positiven Aspekt haben Sendungen und Ratgeber über Hochzeiten jedoch gemein: Sie offenbaren einem das große Repertoire an Sitten, Traditionen und potentiellen Programmpunkten, aus denen man wählen und sich die eigene Traumhochzeit zusammenbasteln kann. Sie dienen vorrangig als Ideengeber. Nichts anderes habe ich gesucht! Danke, Unterhaltungsmedien! Jedem Heiratswilligen sei dazu jedoch gesagt:

Die eine perfekte Hochzeit gibt es nicht! Sie sieht für jeden anders aus.
 

Sofern man jedoch sein ganz persönliches perfektes Programmpunkte-Puzzle gefunden hat, ist das Wichtigste geschafft.

Das weite Feld der Hochzeits-Unsitten

Beim tieferen Einstieg in die Materie eröffnet sich einem zudem das große Feld der Hochzeits-Unsitten. Nun, … es ist natürlich Geschmackssache, aber: Andrea Berg? Sie füllt ganze Stadien! Warum nicht auch die Tanzfläche auf einer Hochzeit? Polonaise durch die trostlose Mehrzweckhalle? Gottlieb Wendehals hatte doch immer dieses coole Gummihuhn in der Aktentasche! Eine Brautentführung, die dazu führt, dass man einen Teil seiner Gäste und den Saal, für den man einiges an Miete zahlt, alleine zurücklässt und erst nach Stunden möglichst volltrunken zurückkehrt? Och, vielleicht doch nicht!

Beim Heiraten muss man auch mal „Nein“ sagen!

Mittlerweile zeichnet sich immerhin ganz klar ab, was ich auf meiner Hochzeit auf gar keinen Fall sehen und erleben möchte: Meine Trauzeugen werden wissen, dass sie die Aussage „Wir möchten dieses Spiel spielen, wo die Braut den Bräutigam im Gesicht mit Sahne einschmiert!“ mit einem klar vernehmbaren „Nein!“ zu beantworten haben. Das ist leicht verständlich und gut merken kann es sich auch jeder.

Geld sparen bei der Hochzeitsplanung

Ideen und Wünsche habe ich nun genug gesammelt. Wahrscheinlich könnte ich damit drei Hochzeiten gestalten und dafür das Gehalt einiger Jahre investieren, aber es ist ja für meine Liebste! Also, ich hab sie sehr lieb! Ich liebe sie! Mehr als jeden anderen Menschen auf diesem Planeten! Aber so lieb? Vielleicht doch hier und da ein bisschen Geld sparen? Aber wie?

Nehmen Sie sich 25 Jahre Zeit, um die Hochzeit zu planen!

Nun, es ist vielleicht nicht jedem von uns vergönnt, den Partner fürs Leben zu finden und zu heiraten, aber eigentlich ist es doch eine dieser Sachen, die man zu einem gewissen Zeitpunkt seines vielleicht noch sehr jungen Lebens als selbstverständlich erachtet. Ich selbst habe jahrelang daran gezweifelt, ob es mir je passieren wird. Und doch habe ich es immer gewollt. Immer!

Da hätte ich ja eigentlich schon längst mit der Planung beginnen und dadurch einiges an Geld sparen können!

Früh übt sich …

Es ist eigentlich ganz einfach: Man beginne bestenfalls im Alter von 5 Jahren damit, sich hochzeitsdienliche Hobbys zuzulegen! Ausgehend vom derzeitigen durchschnittlichen Hochzeitsalter (Frauen ca. 31, Männer ca. 34 Jahre) bleibt somit locker ein Vierteljahrhundert Zeit, um fit zu werden für den Tag der Tage! So lässt sich sicherlich der ein oder andere Dienstleister umgehen. Also, auf geht’s, liebe irgendwann mal heiratswillige Kindergartenkinder! Ihr werdet das irgendwann zu schätzen wissen!

Selbst ist der Bräutigam: Sei ein Alleskönner!

Musizieren zum Beispiel! Das ist immer eine gute Sache. Ihr solltet ein Instrument beherrschen, dessen reine Existenz bereits Tränen der Rührung hervorruft und zudem in der Lage sein, als musizierender Solist für Furore zu sorgen. Also beispielsweise mit einem Klavier oder einer Gitarre. Mit einer Tuba, einem Schellenkranz oder einem Alphorn alleine auf der Bühne zu stehen, mag auch irgendwie für Unterhaltung sorgen. Eure zukünftigen Partner könnten jedoch eine Nuance mehr an Romantik erwarten! Mit fünf Jahren mag man das vielleicht noch anders sehen, und Prinzessin Lillifee ist auch nicht gerade dafür bekannt, virtuos Klavier zu spielen. Aber scheut bei der Auswahl eines Instruments nicht davor zurück, auf den Rat eines Erwachsenen zu hören!

Selbst gemacht hat was gebracht!

Und Reiten! Lernt reiten, lasst Euch ein Pferd kaufen. Ach, lieber zwei. Weshalb nicht gleich auf einem weißen Ross durch die Stadt traben und damit vor der Kirche parken? Auch machen sich diese Tiere extrem gut vor einer Kutsche. Nichts gegen Hunde und Katzen, aber wie viele von den kleinen Rackern würde man benötigen, um eine Kutsche zu ziehen? Eine Kutsche bei der Hochzeit ist sicherlich kein Must-Have, aber wenn Ihr ohnehin schon Pferde habt und reiten könnt … Ach, was kann das romantisch sein!

Romantik will gelernt sein – Ringe, Torten, Hochzeitssuppe

Und werdet Grafiker, Florist, DJ, Fotograf, Konditor und Koch! Vielleicht noch Goldschmied! Und natürlich Mienenarbeiter. Ihr schlagt damit gleich zwei Fliegen mit einem Hammer, denn das notwendige Edelmetall findet man nicht im Kaugummiautomaten und mit einer Nagelpfeile und einem Korkenzieher lassen sich kaum zufriedenstellenden Ergebnisse erzielen.

Hochzeitsverpflichtungen für den Nachwuchs

Ringe sind klein, man sieht ihnen ihren Wert nicht an, aber teuer müssen sie sein! Warum? Keine Ahnung! Dafür gibt es keinen nachvollziehbaren Grund. Wertschätzung des Partners vielleicht. Aber muss man so etwas durch ein ringförmiges Stück kaltes Metall symbolisieren? Man muss! Hochzeitspaare brauchen so etwas! Hochzeitspaare brauchen so einiges. Ganz allgemein darf man vieles, was bei Hochzeiten zum guten Ton gehört, nicht hinterfragen. Und weil dem so ist, bleibt Euch nichts andere übrig, als Eure Hochzeit tunlichst zu planen, wenn Ihr aus dem Kindergarten nach Hause kommt.

Ach, wäre ich doch noch mal fünf!